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"Gegenwind für Amazon" (2)

Leserbrief des Vorstandsvorsitzenden von STADTMARKETING KÖLN Helmut Schmidt zum Artikel vom 1. Februar 2018 im Kölner Stadtanzeiger

In einer wachsenden Stadt sind die Herausforderungen an Politik und Verwaltung nicht nur sehr vielfältig, sondern haben eine Tragweite, die oftmals Generationen übergreifend ist. Es gilt die Rahmenbedingungen zu schaffen, dies sind z.B. die Sicherstellung von ausreichend bezahlbarem Wohnraum oder sozialer Einrichtungen, aber auch die Budgets des städtischen Haushaltes für heute und zukünftige Generationen.

Dabei spielt die angesiedelte Wirtschaft eine ganz entscheidende Rolle, denn diese finanziert mit der Gewerbesteuer die Grundlage des städtischen Haushaltes, schafft Arbeitsplätze und vieles mehr.

Im aktuellen Fall des Interesses von Amazon, am Kölner Standort ein großes Logistikzentrum zu schaffen, kann eine Entscheidung für diesen Wirtschaftspartner ein großer Gewinn sein. Fakt ist, dass der Onlinehandel noch mehr zunimmt, wovon auch Amazon profitiert und damit die logistischen Dienstleistungen noch weiter ausgebaut werden müssen. Gerade in einer der dicht besiedeldsten Regionen Deutschlands und in einem Areal gelegen, in dem Transporte auf der Straße, in der Luft und auf dem Wasser direkt vor der Haustür liegen. Mit der Neuansiedlung eines Onlinepartners könnten außerdem positive Effekte auf Start-up-Unternehmen oder Kölner Bildungseinrichtungen freigesetzt werden, z.B. die Entwicklung von Kollaborations- oder -Pilotprojekten, innerhalb derer man von Amazon sicherlich auch einiges im Hinblick auf die weitere digitale Zukunft lernen kann.

Wie den Berichten über die Position der Stadt entnommen werden kann, liegt derzeit kein Konzept dazu vor, wie die HGK die freie Fläche nutzen will. Deshalb muss verwundern, dass diese Fläche für eine städtische Tochter freigehalten werden soll. So dürfte der Wirtschaftsstandort kaum gestärkt werden. Darüber hinaus: Hieß es nicht, dass die zukünftige Wirtschaftsförderungsgesellschaft ohne Beteiligung der Wirtschaft gegründet und geführt werden soll, weil private Unternehmen potenziellen Wettbewerbern den Zugang zur Stadt verbauen würden?

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