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"Das Netz schließt nie"

Leserbrief des Vorstandsvorsitzenden von STADTMARKETING KÖLN, Helmut Schmidt zum Artikel im Kölner Stadtanzeiger vom 12. Januar 2018

Der Bericht im Kölner Stadtanzeiger von Dirk Rißle zeigt sehr deutlich auf, wie gravierend sich die Handelslandschaft und damit die Situation für jeden einzelnen Händler geändert hat. Und weiter ändern wird: Auch wenn das Internet bereits heute eine etablierte Vertriebslinie des Handels ist, wird es weiter an Umsatzbedeutung gewinnen. Wir werden diese Entwicklung nicht aufhalten können, auch wenn es Beispiele kleinerer Städte gibt, denen zumindest temporär die Belebung des stationären, lokalen Handels gelungen scheint.

Wir sollten vielmehr mit denjenigen zusammen arbeiten, die den Inhaber geführten Handel und somit die Individualisierung der Innenstädte und Veedel unterstützen können. Denn aus Studien wissen wir, dass nicht der Online-Handel, sondern die Nachbarstädte der größte Konkurrent unseres lokalen Handels sind. Es muss also darum gehen, die stadttypischen Merkmale für Köln herauszuarbeiten und herauszustellen, den Nutzen und Charme, schlicht die Vorteile eines Einkaufsbummels in der Kölner Innenstadt oder den Veedeln zu betonen. Denn Bonn, Düsseldorf oder Dortmund liegen im direkten Umland.

Dabei kommt den Immobilienbesitzern eine entscheidende Rolle zu. Sie sind es, die die Mieten in die Höhe treiben und diese von den Betreibern der Filialbetriebe derzeit auch noch bekommen. Die den Charme unserer Innenstädte so wichtigen, von Inhabern geführten Geschäfte könne diese schon heute kaum noch zahlen. Denn so viele Pullover, Sakkos oder Schuhe kann man kaum verkaufen. Selbst in den besten Lagen nicht.

Und die Filialisten? Auch sie werden der Mietpreisspirale nicht unbegrenzt folgen, denn auch sie unterliegen einem enormen Kostendruck aus Umsatzrückgängen, Umsatzverlagerungen ins Netz bzw. verändertem Konsumverhalten.

Wann begreifen endlich auch die Immobilienbesitzer, dass Händler, die nichts mehr verdienen, auf Dauer auch keine Mieten zahlen können? Sie sind es, die einen realistischen Mix aus aktueller Rendite sowie zukünftig zu erwartenden Erträge zur Grundlage ihrer Mietpreiskalkulation machen müssen. Das wird allen helfen, auf Dauer aber vor allem ihnen selbst. Denn Immobilien kapitalisieren sich nun einmal nicht über Nacht.

Aus Sicht von STADTMARKETING KÖLN sind die Mieten nur ein Baustein, vielleicht der wichtigste, um die aktuellen Entwicklungen zu stoppen und ihnen entgegen zu treten. Das Maßnahmen-Portfolio ist viel komplexer und differenzierter, eröffnet noch viele Möglichkeiten. Deshalb ist es wichtig, dass die Verantwortlichen gemeinsam an Lösungen arbeiten, die den lokalen Handel stärken.

Es ist höchste Zeit, gemeinsam zu handeln. Denn keiner von uns möchte zukünftig in den Einkaufsstraßen nur noch Telefonläden, Supermärkte oder Handelskonzepte mit junger Einheitsmode sehen. Wir haben eine Verantwortung gegenüber unserer Stadt, negativen Entwicklungen rechtzeitig entgegen zu wirken und somit die Grundlagen für eine auch unter Shopping-Gesichtspunkten lebenswerte und konkurrenzfähige Stadt zu schaffen, an der auch zukünftige Generationen ihre Freude haben werden. Packen wir’s an!

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